Dienstag, 23. Dezember 2008

Milford Track

Vom 15. - 18. Dezember waren wir auf dem Milford Track unterwegs. Früh morgens ging es von der YHA in Te Anau zu Fuß los zum Visitor Centre, um von dort aus mit dem Bus nach Te Anau Downs zu fahren. Von dort aus ging es wiederum mit einem Schiffchen die 35 km über den Lake Te Anau zum Startpunkt des fast 54 Kilometer langen Milford Tracks.


Mit einem Schiffchen ging's zum Anfang des Tracks.


Die erste der drei Hütten.

Bis zur ersten Hütte waren es dann gerade einmal fünf Kilometer und unwissenderweise verteufelten wir das Regenwetter, über das wir am nächsten Tag sehr froh waren. Am zweiten Tag ging es nämlich neben einigen Kilometern Regenwald auch noch gute 15 Kilometer durch ein Tal, das bei Regenwetter erst seine wahre Schönheit offenbart - in Form von vielen vielen kleinen bis großen und vor allem langen Wasserfällen, die von allen Seiten die hohen Felswände ins Tal hinunter stürzen. Dabei hat es nie so viel geregnet, dass wir bis zur Hüfte im Wasser standen, was hier durchaus öfters vorkommt. Es war also das perfekte Wetter für diesen Tag, auch wenn unsere Sachen bis zum folgenden Tag in der nächsten Hütte keine wirkliche Chance hatten, um trocken zu werden. :)


Ein ganz kleiner Ausschnitt aus dem "Wasserfalltal".


Auf's Foto klicken zum Vergrößern.


Die Quintin Falls.

Am nächsten Tag standen zwar nur um die 15 Kilometer auf dem Plan, es musste jedoch der Mac Kinnon Pass überwunden werden. Nach steilen und anstrengenden 550 Metern aufstieg legte das Regenwetter genau zur richtigen Zeit mal eine mehrstündige Pause ein, und so konnten wir die ganzen Wolken aus dem Tal ziehen sehen und die sagenhafte Aussicht geniesen. Zur einen Seite blickten wir in das Tal zurück, durch das wir die Vortage gewandert sind, zur anderen ins nächste Tal, das uns noch bevorstand - gesäumt von zum Teil Schneebedeckten Bergen. Vor dem Tagesziel mussten wir aber erst noch fast 1000 Meter absteigen. Nach dem Abstieg war es dann nur noch eine Stunde bis zur letzten Hütte. Vorher unternahmen wir jedoch wie fast jeder einen Abstecher zu den Sutherland Falls, mit 580 Metern Neuseelands höchster Wasserfall. Hatte ich bis dorthin noch das Glück, dem Regen davongelaufen zu sein, war ich spätestens jetzt nass bis zur letzten Fuge. ;)


Der Aufstieg zum Mac Kinnon Pass - unter der Baumgrenze.


Der Aufstieg zum Mac Kinnon Pass - über der Baumgrenze.


Die vorerst letzte Wolke zieht davon ...


Auf dem Mac Kinnon Pass.


Ein Blick zurück ins Tal.


Der letzte Tag war dann nochmal etwas anstrengend, da es bei strömenden Regen fast 20 Kilometer durch dem Regenwald und über Baumlawinen und Matsch bis zum Sandfly Point ging. Dort wurden wir dann am frühen Nachmittag von einem Kutter abgeholt und am Visitor Centre im Milford Sound abgesetzt. Die größte Attraktion für uns war hier ganz klar das warme Wasser, das aus den Wasserhähnen in den Toiletten floss. :)


Die Sutherland Falls.


Dieser seltsame Weberknecht saß auf meiner Jacke am Sandfly Point.


Ein Kea.


Ein Weka.

Bevor es durch den einspurigen Homertunnel und dem wunderschönen Eglinton Valley die zwei Stunden mit dem Bus zurück nach Te Anau ging, unternahmen wir noch eine Milford Cruise. Durch den Wolkenverhangenen Himmel konnten wir allerdings keinen Blick auf den gesamten Mitre Peek werfen, der über 1600 Meter direkt und steil aus dem Sound aufsteigt. Dafür sahen wir aber ein paar Delfine, die sich am Eingang des Milford Sounds zum offenen Meer hin blicken ließen.

Nach zwei erholsamen Nächten in der YHA in Te Anau entschlossen wir uns dazu, mit unserem Mietauto nochmal durchs Eglinton Valley bis hoch zum Homer Tunnel zu fahren, um die Landschaft in vollen Zügen genießen zu können und auch mal eine Nacht in einem der Blumenmeere im Tal zu campen. Am Homertunnel konnten wir dann sogar eine Fünfergruppe Keas beobachten. Dieser alpine Papagei zählt zu den intelligentesten Tieren und zeigte in Versuchen teilweise sogar eine Fähigkeit zur Problemlösung, welche die von Schimpansen, Orangutans oder Bonobos übersteigt. Wegen diesen Papageien mussten wir auch jeden Abend auf dem Milford Track die gesamte Ausrüstung in die Hütten schaffen, weil sie sonst in kleineren Gruppen im Schutz der Dunkelheit alles in den Regenwald verschleppen, was nicht Niet und Nagelfest ist. ;) Und wenn es nicht die Keas holen, zerhackt es ein Weka.

Alles in allem war es also eine wunderbare Woche hier unten!

Frohe Weihnachten! :)

2 Kommentare:

Petra hat gesagt…

Schöner Bericht und Bilder wie sie schöner nicht sein können!
Wünsch Euch auch schöne Weihnachten.
Wie sind denn die Ø Temp. bei Euch?

Stefan hat gesagt…

Die Tage im Fiordland waren bis auf eine Ausnahme kühl und regnerisch. Die genaue Temperatur kann ich Dir gar nicht sagen, aber wir hatten immer mindestens noch ein Fleece drüber an. Die Wassertemperatur in den Bächen war bei 10 Grad (wir haben einen Franzosen mit Termometer getroffen). :)

Hier in Dunedin sind es diese Woche zwischen 12 und 16 Grad.