Wir sind nochmal etwas nördlich zur Golden Bay gefahren, um uns dort eine Höhle anzugucken, die nur die Locals und unser unschätzbarer Reiseführer zu kennen scheinen. Nach einer kurzen Fahrt über superidyllischen Privatgrund, auf dem man ab und zu ein größeres Holzgatter öffnen muss um hindurchfahren zu können, kommt man zu einer kleineren Wiese am Ende einer Schlucht, durch die bei Regenfall ein breiter Sturzbach zu rauschen scheint. Von hier sind es sehr steile und anstrengende 45 Minuten die eine Seite der Schlucht hinauf auf einem ein Fuß breiten Trampelpfad zu einer sehr großen Höhle. Diese glitschige Tropfsteinhöhle ist gar nicht mal so lang aber gleicht einer Kathetrale, in die man durch den breiten Eingang hinabsteigen kann. Der Eingang taucht sehr plötzlich zwischen dem Grün auf und wirkt fast schon surreal. :)
Herrlich, nicht?
Blick vom Hang aus der Schlcht hinaus.
Der Eingang der Höhle taucht plötzlich zwischen dem Grün aus dem Nichts auf.
Der schätzungsweise hundert Meter breite Eingang von innen.
Am selben Tag fuhren wir in eine äußerst abgelegene Ecke des Kahurangi National Parks über eine sehr lange einspurige Schotterpiste ins Cobb Valley, in dem ein größerer Stausee liegt. Unsere Beschreibung des Abel Tasman Coast Tracks bezüglich den Sandflies erscheint hier nun sowas von lächerlich, denn erst jetzt wissen wir, was es heißt, von Sandflies umgeben zu sein - Millionen!! Im Zelt denkt man ständig dass es regnet, es sind aber nur hunderte Sandflies zwischen Innenzelt und Außenzelt. Das ganze sollte nochmal einen Tag später am Rotoroa Lake getoppt werden. Zum Glück wirkt unser Insect Repellent mittlerweile. ;)
Das Cobb Valley am Morgen.
Bevor wir am Lake Rotoroa unsere Zelte aufschlugen, liefen wir aber noch auf dem Rückweg aus dem Cobb Valley den Asbestos Track, den wir beim Vorbeifahren entdeckten. Nach einer eher langweilgen dreivirtel Stunde hat dieser Zweistundentrack eine Menge zu bieten. Vorbei geht es über bzw. neben einer nicht mehr vorhandene Brücke zu einer stillgelegten Asbestmine, in dessen grünlich gelben Geröllhaufen man sogar noch einen Minenschacht entdecken kann. Weiter geht es dann recht steil den Berghang über einen schmalen Pfad zum Asbestos Cottage, einer Hütte, die Anfang des letzten Jahrhunderts von einem Ehepaar unter unglaublichen Bedingungen fern ab der Zivilisation bewohnt wurde.
Über diese ehemalige Brücke ging es mal zur Mine.
Das Klohäuschen der Mine mitten zwischen Schutthaufen.
Das Asbestos Cottage.
Die sehr interessante Geschichte der Chaffeys (zum Vergrößern anklicken).
Wie auch immer, Lake Rotoroa verließen wir nach einer Nacht wegen den Sandflies fluchtartig und wir fuhren zur West Coast, der unbesiedelsten Gegend Neuseelands. Auf dem Weg dorthin machten wir halt an der längsten Swingbridge Neuseelands, für die man $ 5 Eintritt bezahlen muss und die ich am liebsten wieder zurückverlangt hätte - so ein Bulls*** ;). Das ist aufgezogen wie ein Abenteuerspielplatz, nur dass es hier wohl auch für Kinder recht schnell langweilig wird - reden wir nicht darüber. :)
Lake Rotoroa.
Ein kleiner Ausschnitt aus dem Bereich zwischen Innenzelt und Außenzelt am Lake Rotoroa. Ohne Insect Repellent wirklich gefährlich!
An der West Coast fuhren wir erst mal wieder hoch nach Norden, sozusagen ans Ende der Straße in das ruhige und fast Sandfly-freie Karamea, wo wir gleich drei Nächte auf einem Minicampingplatz am Rande des Rugbyfeldes neben dem Sportlerheim blieben. Das genze hört sich zwar nicht so prickelnd an, war aber sehr entspannend dort, kaum eine Menschenseele bis auf den Caretaker Joe und seiner Maine Coon und dem noch älteren Jack, der jeden Abend bis spät in die Nacht im Sportlerheim an einem Puzzle saß. :)
Von hier schauten wir uns das Oparara Basin an, eine extrem nasse Gegend, in der der ganze Wald von unten bis oben mit Moos, Flechten und anderem Grünzeug überzogen ist, und nach dem Regen zu leuchten scheint. Die Flüsse und Bäche haben hier auch eine sehr intensive rostig-rötliche Farbe. Hier gibt es ein paar rießige Steinbögen, die sich aus dem Regenwald erstrecken und zu denen man über kurze Pfade laufen kann. Desweiteren gibt es zwei frei zugängliche kurze Höhlen, die aber mehr touristisch aufgezogen sind, da man sich entweder auf einem abgegrenzten Pfad in der Höhle bewegt, oder über Holztreppen in diese hinabsteigen kann. Nichtsdestotrotz war vor allem die Box Canyon Cave mal was anderes, da sie eben wie eine große, lange Box wirkt, unten und oben glatt, an der Seite verschnörkelt wie ein Canyon und man kann sogar längere Passagen in den Wänden finden, die die meisten Leute wohl übersehen. Hier leben sehr große Grillen in den Höhlen und eine bis zu 15 cm große Spinne, von der wir aber nur ein mittelgroßes Exemplar entdecken konnten. Das Titelbild ganz oben zeigt übrigens ein Glühwürmchen aus einer der Höhlen, nicht das was man gerade erwarten würde, nicht? ;)
Leuchtend grüner Regenwald im Oparara Basin.
Der ganze Wald ist mit kleinen Bächlein durchzogen.
Im Hintergrund erstreckt sich der über 200 Meter lange und über 40 Meter hohe Oparara Arch.
Unter dem Oparara Arch, Blick nach oben.
Am selben Tag fuhren wir noch ein kleines Stück weiter nörlich zum Beginn des Heaphy Tracks und liefen diesen die ersten anderthalb Stunden. Superschöne Ecke und sehr beeindruckende Bäume wachsen hier, die einen an die Bauments aus Herr der Ringe erinnern! Man läuft zu Beginn über eine große Brücke über die fast schon krotesker Weise bezogen auf ihre Größe nur eine Person zur gleichen Zeit laufen darf. Das ganze hat was von Jurassic Park, wenn man über die Holzbrücke in den Regenwald hineinläuft, der hier voll von Nikau-Palmen steht. :)
Die Brücke zu Beginn des Heaphy Tracks.
Die rauhe Westküste.
Nach drei Tagen Karamea ging es wieder die ganze Strecke zurück nach Westport und von dort aus über Reefton nach Waiuta, einer angeblich großen Geisterstadt, in der in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts Gold gefördert wurde. In den Glanzzeiten lebten hier 600 Leute. Klingt aber leider alles viel interessanter und spannender als es ist. Das ganze Gebiet hat sich wieder der Wald zurückgeholt, die meisten Überreste sind abgebrannt und so stehen nur noch eine Hand voll kleine Hütten auf einigen Quadratkilometern verteilt - Geisterstadt-Feeling kommt hier überhaupt nicht auf. Immerhin hat es wenigstens etwas, sagen zu können, dass man mitten in den Bergen in einer Geisterstadt auf dem Rugbyfeld übernachtet hat. ;)
Überreste von Waiuta.
Schöner waren da schon wieder die Pancake Rocks, die wir am folgenden Tag besuchten. Diese berühmten Felsformationen sehen aus wie gestapelte Felspfannkuchen und die Geologen können sich das ganze noch nicht wirklich erklären. Ach ja, am Tag zuvor waren wir noch an einer Seelöwenkolonie, die man aus der Ferne von einer Plattform aus beobachten konnte. Ist mal was ganz anderes, diese Apparate in freier Wildbahn zu sehen und es überrascht einen immer wieder, wenn sich ein kleiner Seelöwe in die extrem rauhe Brandung wirft und nicht an irgendwelchen Felsen zerschellt. :)
Pancake Rocks.
Zwei Seelöwen.
Zur Zeit befinden wir uns in der YHA in Franz Josef. Hier und in der Nähe gibt es noch zwei rießige Gletscher, die wir uns heute und morgen angucken werden. Es sind übrigens weltweit die einzigen Gletscher, die im Regenwald enden. Freu mich schon drauf! :)
1 Kommentar:
halli hallo ihr lieben.
habe wiedermal mit begeisterung eure arbenteuer verfolgt und beschlossen einen 13ten monat an meine reise zu haengen, um auch neuseeland zu bereisen. das will ich mir wirklich nicht entgehen lassen. also: wir treffen uns dort ende oktober naechsten jahres ;-) bin grad eben uebrigens wirklich nicht gerade ueberarbeitet. ist heute mein dritter freier tag :-)
war gestern kurz im hostel und habe niko getroffen. er hat jetzt einen job im lunapark bis ende januar und bleibt so lange im hostel... er muss dort glaube ich "kinder scannen"...
wunesche euch noch eine recht schoene reise!
liebe gruesse!
Mona
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