
Wie immer, verspürten wir auch hier den Zwang, uns größeren Gefahren auszusetzen und so entschieden wir uns spontan, ein paar hundert Meter über den felsigen Bergkamm zu klettern, inklusive Steilwänden und dichtes, vom letzten Feuer zum Großteil zerstörtes Buschwerk. ;) Wegen den ganzen verkohlten Ästen sahen wir danach aus wie Schornsteinfeger. Als an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken war, sind wir wieder umgekehrt zum Gipfel und den normalen Weg herunter zum Parkplatz. Wir suchten uns einen schönen Zeltplatz auf dem wirklich rießigen aber superidyllischen Tidal River Campingplatz in der Nähe des Norman Beaches und ließen den Tag langsam ausklingen, zwischen jeder Menge roter Papageien, die einem manchmal jeden Happen streitig machen wollen und Wombats, die am späten Nachmittag von den dichtbewachsenen Dünen auf etwas abgelegenere Stellen des Campingplatzes kommen, um Gras zu mampfen.
Wombats sind schon seltsame Tiere, da man sich unweigerlich fragen muss, wie diese schnuckligen Dinger überhaupt so lange überleben konnten! Wenn man an einem Wombat vorbeiläuft, bemerkt dieser einen meistens erst aus ein, vielleicht zwei Metern Entfernung, um dann erst mal in einer Schrecksekunde, oder sagen wir eher Schreckminute zusammenzuzucken. Danach kommt die Phase, in der es überlegt, ob es nun abhauen sollte und wenn es das tut, in welche Richtung (sie haben auch öfters mal die Angewohnheit in eine nur wenige Zentimeter entfernte Sackgasse zu laufen). Wenn es dann endlich losstapft, von Rennen kann keine Rede sein, steht es spätestens fünf Meter weiter wieder still um Gras zu fressen. :)

Neben den Papageien und Wombats gibt es hier aber auch unter anderem Kaninchen, dunkelbraun bis schwarze Kängurus und jede Menge Möven, zum Teil in der Großausführung.

Am zweiten Tag sind wir am Normanbeach entlang zum Little Oberon gewandert, an der Küste entlang außenherum, auf einem kleinen, ausgetretenen Pfad. Blühende Büsche in der gesamten Regenbogenpalette säumen den Weg. Wirklich ein sehr schöner Ort, auch wenn es sehr kühl wird, wenn sich die Sonne einmal hinter einer Wolke versteckt. Auf der anderen Seite des Little Oberon wären wir nicht wir selbt, wenn wir nicht auf die unvernünftige Idee gekommen wären, in möglichst gerader Linie über den Berg zurückzuklettern. Die ungefähr 200 Höhenmeter ging es über große Felsplatten mit Steigungen zwischen 45 und manchmal gar fast 60° nach oben und etwas flacher auf der anderen Seite das erste Drittel wieder hinab bis zu einer Kante, die wir über einen abgebrannten Baum hinabsteigen konnten. Die restliche Strecke schlugen wir uns wiedermal durch dichtes, verkohltes Gestrüpp nach unten, was gegen Ende, als der Regen einsetzte, eine recht hektische Angelegenheit wurde. ;) Den restlichen Tag haben wir damit verbracht, unsere Wunden zu lecken, und die Beine hochzulegen. In der Nacht regnete es nochmal etwas heftiger und es gab ein paar Sturmböhen.


Am dritten Tag grillten wir Mittags ein paar Würstchen und fuhren zu einer anderen Bucht um uns diese mal genauer anzugucken. Ansonsten waren wir immer noch etwas geschafft vom Vortag und beließen es dabei. Kurz nach Sonnenaufgang des folgenden Tages sind wir dann auch schon in Richtung Australische Alpen aufgebrochen.
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