Im Barossa Valley war unsere erste Station der Mengler Hill, auf dem wir unsere Campingstühle aufgestellten und während eines ausgiebigen Frühstücks die Aussicht genossen.

Wir sind anschließend noch ein wenig über den Hügel gelaufen, haben unter anderem eine größere Echse entdeckt und sind dann zur Whispering Wall gefahren. Dabei handelt es sich um einen größeren Staudamm, an dessen einem Ende man sich hinstellen kann, etwas flüstert und man die Worte absolut klar uns sogar etwas lauter am anderen Ende, weit über hundert Meter entfernt hören kann, da sich die Schallwellen entlang der Staumauer etwas aufschaukeln. Danach gings über jede Menge enger und kurvenreicher Straßen rauf auf den Mt Lofty, von dessen Spitze man ganz Adelaide sehen kann. Als wir gegen Abend keinen geeigneten Platz zum Campen gefunden haben, sind wir noch einmal nach Adelaide rein gefahren, um eine weitere Nacht im YHA Hostel unterzukommen. Am nächsten Morgen ging es nach einigen kostenlosen Pfannkuchen, die es ja auch bei euch allen gegeben zu haben scheint ;), auf in Richtung Kangaroo Island.
Als wir an der Fähre zu Kangaroo Island angekommen sind und die Preise für's Übersetzen gesehen haben, haben wir uns spontan ein wenig umorientiert. ;)
Schon auf der Fahrt zur Fähre waren wir von der Landschaft sehr angetan und so haben wir uns entschieden, in dieser Gegend, der Fleurieu Peninsula, ein paar Tage zu verbringen. Im Nachhinein betrachtet war diese Entscheidung ein Volltreffer! :)
Wir campten gleich zwei Nächte lang hinter den Dünen des Strandes bei Waitpinga auf einem sehr kleinen und idyllischen Campingplatz, an dem wir die erste Nacht alleine waren und am folgenden Tag insgesamt nur drei Zelte zu finden waren. Das läuft so ab, dass man am Eingang des Campingplatzes einen Umschlag aus einem Kasten nimmt, Nummernschlid und Namen darauf notiert, den Durchschlag an die Windschutzscheibe klebt und in den Umschlag $ 10 steckt und in einen weiteren Kasten einwirft. Ein Ranger patroulliert zwei Mal pro Tag, ob alles seine Richtigkeit hat.
Die Landschaft dort ist einfach herrlich und man kann einige Tannenzapfenskinks entdecken, die zwar ein wenig plump aussehen, aber doch recht flink sind. Wenn man eine Schlange mit seinem Arm immitiert, gehen diese Tierchen in den Verteidigungmodus über und zeigen bei weit aufgerissenem Maul ihre blaue Zunge. Bei einem Skink lag eine ganze Blume im Rachen und er erinnerte uns ein wenig an eine ausgefallene Blumenvase. ^^

Am zweiten Tag bin ich etwas querfeldein durchs Unterholz gelaufen auf der Suche nach anderen Tierchen und hatte eines meiner schönsten Erlebnisse hier in Australien. Als ich gerade unter einem Ast durchkroch, stand plötzlich ein Zweimeter-Kangaroo nur drei, vielleicht vier Armlängen entfernt vor mir und starrte mich in einer Schrecksekunde an, um dann mit einem wirklich beeindruckenden Hüpfgeräusch in Windeseile zu verschwinden. Nur wenige Schritte weiter raschelte es auf einmal heftig aus allen Richtungen in einem Umkreis von 10 - 20 Metern und es gingen einige dickere Äste zu bruch - ohoh, Verstärkung. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht da man erstmal unweigerlich an die Umzingelstrategie der Velociraptoren aus Jurassic Park denken muss und Kangaroos, vor allem in dieser Größe, sehr gefährlich werden können. ;) Hoffentlich fühlen die sich nicht bedroht, weil ich vielleicht in der Nähe eines Jungen oder so stehe dachte ich, als sich auf einmal alles in Bewegung setzte - glücklicherweise alles in eine Richtung an mir vorbei - trotz dem großen Schrecken ein einfach atemberaubender Moment. :)
Am Tag darauf sind wir entlang der Klippen gewandert und dann weiter nach Milang gefahren, einem kleinen Dorf am Lake Alexandrina, um dort die nächste Nacht zu verbringen. Diese Gegend war allerdings nicht mehr so schön und am Rande des riesigen Salzsees liegen jede Menge großer, toter Fische.

Achja, am ersten Tag auf der Fleurieu Peninsula waren wir für ein paar Stunden am Meer, da das Wetter stimmte und wir ein Boogie Bord zusammen mit unserem Auto erwarben. Die Wellen sind hier sehr hoch und der Küstenabschnitt ist sowas wie ein Mekka für Surfer. Die Freude war allerdings nicht ganz so groß, als ich ins Meer bin - eiskalt! Nach 20 Minuten waren meine Finger und Fußzehen blau und seit dem war ich hier auch nicht mehr im Wasser, auch wenn es noch so einladend türkis leuchtet. ;)
Die folgende Nacht nach Milang campten wir wieder mal wild in einem Wald, ganz in der Nähe von Mt Gambier. Am Morgen darauf machten wir einen kurzen Stopp am Blue Lake, einem Kratersee, und fuhren anschließend die erste Hälfte der berühmten Great Ocean Road. Die Gegend ist wirklich sehr schön und neben der bekanntesten Attraktion hier, den zwölf Aposteln, gibt es noch jede Menge anderer interessanter Felsformationen, Bögen und Höhlen, die uns zum Teil sogar noch eine ganze Ecke besser gefielen.

Nach einer Nacht auf einem Campingplatz in einem Dreihäuserkaff nahmen wir die zweite Hälfte der Great Ocean Road in Angriff, die erstmal weg von der Küste führte und sich über ein Gebirge durch dichten Regenwald schlängelte - inklusive jeder Menge Regen. Hier kann man einige wilde Koalas in den Eukalyptusbäumen entdecken. Zurück an der Küste klarte das Wetter jedoch rechtzeitig wieder auf und wir fuhren den Rest der Strecke, bei der vor allem die Autofahrt an sich sehr schön ist, da die Straße direkt neben dem Meer an der Steilküste verläuft.
Abends kamen wir dann in Melbourne an. Hier übernachten wir in der Metro YHA für ein paar Tage und planen die nächsten 10 Tage, nach denen wir wieder in Sydney sein wollen, um für den Autoverkauf Zeit zu haben.
2 Kommentare:
nur noch 3 1/2 Wochen, das reicht wohl nicht mehr für den Norden und den Westen :-) Schade für die tollen Bilder, die ich da verpasst habe. Viel Erfolg beim Autoverkauf.
Sind mal wieder echt tolle Bilder!!
Vielleicht solltest du doch lieber Fotograf werden statt Tierärztin ;P
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