Freitag, 29. August 2008

Bloomfield Track & Great Barrier Reef

Fast wie geplant sind wir zur Zeit auf Magnetic Island, wir hatten in Cairns noch um zwei Tage verlängert.

Die letzte Woche in Port Douglas haben wir eigentlich nichts besonderes gemacht, da wir für unsere Allradtour gespart haben und um die Fahrt selbst passend in einem Wort zu beschreiben: GEIL!. ;) Es war mit Abstand das Beste, was wir bisher hier in Australien gemacht haben und wir können es jedem, der hier auch nur eine Woche verbringt, wärmstens ans Herz legen - übrigens ganz im Gegenteil zu diesen Touren die man dort buchen kann. Denn nur wenn man selbst fährt, kann man das sehen, was wirklich interessant und schön ist und das was den eigentlichen Spaß ausmacht ist es, selbst die mindestens 70 km Offroad zu fahren, von denen man die Hälfte ausschließlich mit einem größerem Allradwagen überwinden kann. Wir hatten einen Toyota Land Cruiser Prado 2,7. Extrem enge Kurven in extremen Gefällen auf matschigem Grund, ausgetrocknete Flusstäler, in denen der Boden ausschließlich aus großen, runden Steinen besteht, mehrere Flussdurchquerungen und überraschend viel verschiedene Bodenbeläge, die teilweise bei leichtem Regen schon richtig gefährlich werden.



Für die ganze Strecke braucht man von Port Douglas aus an die 200 km bis nach Cooktown und man sollte früh losfahren, denn es wird zumindest in dieser Zeit schon zwischen 18 Uhr und 19 Uhr dunkel.

Aber schon vor der Offroadstrecke, dem Bloomflied Track, ist es dort oben wunderschön. Einige Kilometer nördlich von Mossman, das wiederum einige Kilometer nördlich von Port Douglas liegt, kann man nur mit einer Fähre über den Fluß und ist ab dann von der Außenwelt abgeschnitten - kein Handyempfang mehr und Strom gibt es nur von Generatoren. Hier klettert eine enge, asphaltierte Straße die Berghänge hinauf und herunter zwischen dichtem Regenwald. Die Kurven sind Streckenweise so eng, dass sie dem minimalen Wendekreis eines Autos entsprechen und zeitgleich äußerst schmal, öfters nur von einem Auto zur selben Zeit passierbar. Auch viele der Brücken bzw. die Betonplatten, die durch Flüsse führen, haben nur eine Fahrbahn und sind bei Regen überflutet.



Überall stehen Warnschilder vor Krokodilen, auch wenn wir leider keines entdecken konnten. Auch kein Cassowary hat sich blicken lassen, auch wenn alle paar Kilometer Bodenwellen und die für Australien typischen gelben Warnschilder auf diesen bis zu zwei Meter großen Laufvogel mit Hornplatte auf dem Kopf aufmerksam machen. Es gibt hier übrigens nur noch ca. 1500 Cassowarys und wenn wir schon mit Zahlen anfangen, gibt es auch genausoviele verschiedene Pflanzenarten hier im Regenwald, der mit 150 Millionen Jahren als der älteste Regenwald überhaupt gilt. Wir müssen aber auch zugeben, das trotz der Pflanzenvielfalt für uns Banausen fast alles gleich aussah, was den den Regenwald hier aber nicht weniger beeindruckend macht. ;)

Vor allem die Strände, die man leicht übersehen kann, da nur ein kleines Parkplatzschild darauf aufmerksam macht, sind mit Abstand die schönsten und auch größten hier oben. Wenn man eine Tour bucht, wird man wahrscheinlich nur zum Cape Tribulation Beach gefahren, der den anderen Stränden an denen wir waren nicht das Wasser reichen kann. Es lohnt sich also wirklich, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden!



Die letzte Stelle, die noch mit einem normalen Auto zu erreichen ist, ist der Emmagen Creek. Hier muss man dann mit Vierradantrieb das erste mal durch einen Fluss fahren. Wenige Meter vor dem Fluss gibt es einen kleinen, unscheinbaren Pfad, der ca. 600 Meter in den Regenwald zu einer höher gelegenen Stelle des Emmerand Creek führt. Hier beschreibt der Fluß eine Kurve, in der das Flussbett einige Meter tief ausgespült wurde und die Stelle sich daher super zum baden eignet - und das alles mitten im Regenwald. Auch wenn soweit oben nicht oft Krokodile gesichtet werden, ist es allerdings noch keine Garantie dafür, dass dort nie welche wären. Also Augen auf und auf des Beste hoffen wenn man reinspringt. Am besten Kinder mitnehmen, da diese aufgrund ihrer Größe meistens zuerst dran glauben müssen. ;) Man kann dort auch die Böschung hoch klettern und von vier bis fünf Metern Höhe in den Fluß springen. Außerdem hat man hier sehr gute Chancen, dass man alleine ist. Also wenn ihr hier mal vorbeikommt, vergesst nicht die Badehose und ein Handtuch, wenn ihr den Pfad entlang lauft. Sonst müsst ihr ihn wie wir vier Mal laufen und 600 Meter Regenwaldpfad sind keine 600 Meter Bürgersteig - Tobi's Kappe wurde ihm von einer Wait-a-While-Pflanze vom Kopf gezogen und ich hatte einen Ameisenkopf im Arm stecken. ;)

Mal davon abgesehen, dass das gefährlichste Tier hier in Australien eigentlich die gemeingefährliche Kokosnuss ist, die jedes Jahr ein paar Menschen hinterhältig erschlägt, ist das Salzwasserkrokodil, das hier in den Flüssen lebt, ähnlich gefährlich. Und an dieser Stelle präsentieren wir euch auch gleich die Liste mit den Gründen der meisten tödlichen und nicht tödlichen Angriffe dieser netten Tiere auf den Menschen (ist kein Witz!):

1. Betrunkene
2. Deutsche
3. Amerikaner

Das wird auch der Grund sein, warum hier auf jedem Krokodilwarnschild 'Achtung!' steht. ;)

Der Bloomfield Track, der mit der Durchquerung des Emmagen Creek beginnt, ist wie bereits geschrieben einfach nur geil! Tobi ist am ersten Tag die komplette Strecke hoch gefahren, und ich am nächsten Tag wieder zurück. Zugegebener Maßen haben wir auf der Rückfahrt etwas häufiger die Engelchen singen hören, da es öfters mal geregnet hat - die sonst so trockene Erde ist bei Regen fast so rutschig wie Eis, was wohl aber auch an den abgefahrenen Vorderreifen unseres Wagens lag. Auf der Rückfahrt haben wir dann auch einige Videoaufnahmen gemacht, vor allem von den Flussdurchquerungen. Wir sind dann jedesmal zwei bis drei mal durchgefahren und wie soll es auch anders sein, bei der letzten Flussdurchquerung am letzten Fluss, dem Emmagen Creek, hat uns ein Stein die Metallplatte des Unterbodens komplett nach hinten gebogen. Wir haben unseren Wagen dann mit einer Seite an der Böschung geparkt und ihn notdürftig mit Kabelbindern und viel Hebelkraft im Matsch repariert, so dass wir wenigstens wieder zurück bis nach Port Douglas fahren konnten. Im schlimmsten Fall bedeutet es für uns $ 500 Extrakosten für die Reperatur, dank der Versicherung, die wir abgeschlossen haben. Wir hoffen immer noch darauf, dass der Vermieter das selbst repariert und es weniger wird. Es ist zwar heftig verbogen aber eben auch nichts gerissen oder ähnliches, soweit wir das beurteilen konnten.

Einige Kilometer vor Cooktown erhebt sich der Black Mountain, ein schätzungsweise 200 Meter hoher, schwarzer Felshaufen. Am Fuße des Bergs sind wir etwas über die Felsen geklettert, wegen meinem Fuß bin ich aber nicht gut voran gekommen. Natürlich haben wir erst danach die Informationschilder am Parkplatz gelesen, auf denen zum Beispiel stand, dass sich bis zu fünf Meter lange Pythonschlangen auf den Felsen sonnen und auf Jagd nach Echsen und anderen Tieren gehen - die Deutschen schon wieder. ;)

Vor ein paar Tagen sind wir dann raus ans Outer Reef zum Schnorcheln und wenn ich nicht den ganzen Tag mit Kotztütenfüllen verbracht hätte, wäre es wohl einer meiner schönsten Tage anstatt einer meiner schlimmsten Tage gewesen. ;) Immerhin hab ich es noch geschafft, an der ersten Station für eine Stunde schnorcheln zu gehen und neutral gesprochen, ist das Riff und die Tierwelt einfach atemberaubend schön, besonders wenn die Sonne scheint - dann fängt das Riff quasi an zu leuchten!

Einen Tauchkurs muss man sich hier nicht andrehen lassen, da sich eigentlich alles maximal zwei Meter unter der Wasseroberfläche abspielt und teilweise sogar etwas über der Wasseroberfläche, weshalb es übrigens sehr eng zugeht, wenn man dort schnorchelt und man sich richtig anstrengen muss, nichts ausversehen etwas fester zu berühren. Wer also nicht Seekrank wird, muss das unbedingt auch mal machen! Zum wirklichen Tauchen soll es vor Westaustralien ein sehr schönes Riff geben. Der einzige Vorteil den eine kleine Gruppe von Tauchern bei uns hatte, war die Begegnung mit einer großen Schildkröte.

Nun gibt es sowas wie zwei besondere Attraktionen zu dieser Zeit am Riff und in der Nähe, da man sowas nur mit Glück sehen kann. Das wären zum einen Riffhaie, von denen Tobi einen gesehen hat (zu dieser Zeit war ich auf Deck reihern) und was nur sehr selten passiert, bei der Rückfahrt wurden Buckelwale direkt neben dem Katamaran gesichtet (zu dieser Zeit hab ich ebenfalls gereihert, konnte aber doch wenigstens für einen Moment einen Blick erhaschen). Alles in allem also ein voller Erfolg! Für mich persönlich aber das letzte Mal, dass mich ein Schiff aus der Nähe gesehen hat. Mir wirds gerade beim Scheiben schon wieder richtig übel. ;)



Von Magnetic Island gibt es wieder eine Menge zu erzählen. Da man hier für das Internet aber ein Vermögen hinblättern muss, lest ihr darüber erst das nächste Mal. :)

1 Kommentar:

Petra hat gesagt…

Klingt alles super toll. Bin schon ganz schön neidisch. Aber vielleicht komm ich im nächsten Leben mal dahin.